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<title>Maria Cosway</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Maria Cosway</span></h1>
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<p><b>Maria Cosway</b> (* <a href="11._Juni" title="11. Juni">11. Juni</a> <a href="1760" title="1760">1760</a> als <i>Maria Luisa Caterina Cecilia Hadfield</i> in <a href="Florenz" title="Florenz">Florenz</a>, <a href="Gro%C3%9Fherzogtum_Toskana" title="Großherzogtum Toskana">Großherzogtum Toskana</a>; † <a href="5._Januar" title="5. Januar">5. Januar</a> <a href="1838" title="1838">1838</a> in <a href="Lodi_(Lombardei)" title="Lodi (Lombardei)">Lodi</a>, <a href="K%C3%B6nigreich_Lombardo-Venetien" title="Königreich Lombardo-Venetien">Königreich Lombardo-Venetien</a>) war eine englisch-italienische <a href="Malerei" title="Malerei">Malerin</a>, <a href="Radierer" class="mw-redirect" title="Radierer">Radiererin</a>, <a href="P%C3%A4dagoge" title="Pädagoge">Pädagogin</a> und <a href="Komponist" title="Komponist">Komponistin</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Maria war eine Tochter des aus England gebürtigen Gastwirtes Charles Hadfield († 1776) und dessen Ehefrau Isabella, geborene Pocock († 1809). Durch mehrere Gaststätten in <a href="Livorno" title="Livorno">Livorno</a> war der Vater zu beachtlichem Wohlstand gelangt. In Florenz betrieb die Familie drei Hotels, in denen insbesondere britische Aristokraten auf ihrer <a href="Grand_Tour" title="Grand Tour">Grand Tour</a> abstiegen. Ein tragisches Unglück überschattete ihre Kindheit, als eine geisteskranke Kinderfrau vier ihrer Geschwister umbrachte. Zu den Geschwistern, die die Wahnsinnstat der Hausangestellten überlebten, zählte ihr Bruder <a href="George_Hadfield" title="George Hadfield">George</a> (1763–1826), später ein bedeutender US-amerikanischer Architekt.
</p><p>Mit dem 4. Lebensjahr wurde sie zur Erziehung in einen katholischen Konvent gegeben. Dort zeigte Maria bereits bedeutende künstlerische Anlagen. Zu den Fähigkeiten, die sie erwarb, zählte neben Malerei und Gesang auch das Harfe- und Klavierspiel.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als 1776 ihr Vater starb, entstand das vorübergehende Verlangen, eine katholische Nonne zu werden. Doch blieb sie der Kunst zugewandt, indem sie sich von Violante Cerotti (1709–1783) und von <a href="Johann_Zoffany" title="Johann Zoffany">Johann Zoffany</a>, zeitweise auch von <a href="Pompeo_Batoni" title="Pompeo Batoni">Pompeo Batoni</a> in Rom, in der Malerei unterweisen ließ und in den <a href="Uffizien" title="Uffizien">Uffizien</a> sowie im <a href="Palazzo_Pitti" title="Palazzo Pitti">Palazzo Pitti</a> die alten Meister kopierte. Ihre künstlerischen Ergebnisse waren dabei so überzeugend, dass sie 1778 in Florenz in die <i>Academia del Disegno</i> aufgenommen wurde.
</p>
<p>1779 zog sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach <a href="London" title="London">London</a>. Schon in Italien hatte sie Bekanntschaft mit der Malerin <a href="Angelika_Kauffmann" title="Angelika Kauffmann">Angelika Kauffmann</a> gemacht, die ihr in London half, sich in kunstinteressierten Zirkeln der Gesellschaft einzufinden und Gemälde auf Ausstellungen der <a href="Royal_Academy_of_Arts" title="Royal Academy of Arts">Royal Academy of Arts</a> zu präsentieren. Am 18. Januar 1781 heiratete Maria den gefeierten britischen Miniaturmaler <a href="Richard_Cosway" title="Richard Cosway">Richard Cosway</a> (1742–1821), den sie im Hause des Kunstsammlers Charles Townley (1737–1805) kennengelernt hatte. Die von Alter und Lebensstil ungleichen Ehepartner – ihr Gemahl war etwa zwei Dekaden älter, galt als klein, hässlich und eitel und wurde im Alter immer absonderlicher – führten mehr oder weniger eine bloß formale Standesehe, aus der die früh verstorbene Tochter Louisa Paolina Angelica (1790–1796) hervorging.
</p><p>Als Malerin gelang es Maria Cosway, eigenständig künstlerisches Ansehen zu erwerben. Hierzu trugen Porträtaufträge britischer Aristokratinnen ebenso bei wie die Gemälde, die sie zwischen 1781 und 1801 in der Royal Academy ausstellte. 1784 bezogen Maria und ihr Gemahl das Schomberg House an der <a href="Pall_Mall_(London)" title="Pall Mall (London)">Pall Mall</a>, wo das Ehepaar als Gastgeber einer illustren und multikulturellen Gesellschaft auftrat. Ihre Gabe, Feste mit ansprechenden musikalischen und literarischen Darbietungen zu organisieren, trug ihr die Zuschreibung „The Goddess of Pall-Mall“ ein. Als Diener kam 1784 der spätere Schriftsteller <a href="Quobna_Ottobah_Cugoano" title="Quobna Ottobah Cugoano">Quobna Ottobah Cugoano</a> in ihr Haus.
</p><p>1786 wurde Maria durch den Maler <a href="John_Trumbull" title="John Trumbull">John Trumbull</a> mit <a href="Thomas_Jefferson" title="Thomas Jefferson">Thomas Jefferson</a> bekannt gemacht, damals US-Botschafter in <a href="Paris" title="Paris">Paris</a>. Zwischen beiden entstand eine enge romantische Freundschaft, auch getragen durch gemeinsame Interessen für Kunst, Architektur und die Schönheiten zusammen bereister Landschaften. Als beide getrennte Wege gingen, setzten sie ihre Beziehung bis zu Jeffersons Tod im Jahr 1826 durch schriftliche Korrespondenz fort. 1995 rezipierte der Regisseur <a href="James_Ivory" title="James Ivory">James Ivory</a> ihre Freundschaft in dem Filmdrama <i><a href="Jefferson_in_Paris" title="Jefferson in Paris">Jefferson in Paris</a></i>. In dem Streifen wurde Maria Cosway durch die Schauspielerin <a href="Greta_Scacchi" title="Greta Scacchi">Greta Scacchi</a> verkörpert.
</p><p>Ab 1801 lebte Maria Cosway dauerhaft in Paris. Dort kopierte sie im <a href="Louvre" title="Louvre">Louvre</a> alte Meister und stellte daraus Radierungen her. Als in dieser Zeit ihr Freund <a href="Jacques-Louis_David" title="Jacques-Louis David">Jacques-Louis David</a> das Gemälde <i><a href="Bonaparte_beim_%C3%9Cberschreiten_der_Alpen_am_Gro%C3%9Fen_Sankt_Bernhard" title="Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard">Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard</a></i> schuf, begegnete sie <a href="Napoleon_Bonaparte" title="Napoleon Bonaparte">Napoleon Bonaparte</a>. Mit dessen Onkel <a href="Joseph_Fesch" title="Joseph Fesch">Joseph Fesch</a> freundete sie sich an. Dieser überzeugte sie, von 1803 bis 1809 die Leitung von <a href="M%C3%A4dchenschule" title="Mädchenschule">Töchterschulen</a> in Paris und <a href="Lyon" title="Lyon">Lyon</a> zu übernehmen. 1811/12 übernahm sie auf Bitten von <a href="Francesco_Melzi_d%E2%80%99Eril" title="Francesco Melzi d’Eril">Francesco Melzi d’Eril</a>, des Herzogs von Lodi, die Leitung des <i>Collegio delle Grazie di Maria SS. Bambina</i>, auch <i>Collegio delle Dame Inglesi</i>, einer Töchterschule in Lodi. Diese Funktion, für die sie <a href="Franz_II._(HRR)" title="Franz II. (HRR)">Franz I.</a> von <a href="Kaisertum_%C3%96sterreich" title="Kaisertum Österreich">Österreich</a> 1834 zur <a href="Baron" title="Baron">Baronesse</a> erhob, übte sie mit einer Unterbrechung in den Jahren 1817 bis 1821, in der sie zur Pflege ihres kranken Gatten wieder in London weilte, bis zu ihrem Tod aus.
</p><p>Ihre Grabstätte fand Maria Cosway in der <i>Chiesa di Santa Maria delle Grazie</i> in Lodi.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Louis Alexander Fagan: <i>Cosway, Maria Cecilia Louisa</i>. In: <i><a href="Dictionary_of_National_Biography" title="Dictionary of National Biography">Dictionary of National Biography</a></i>. Smith, Elder & Co., London 1887, Band 12: <i>Conder – Cragie</i>, S. 278 f.</li>
<li>George C. Williamson: <i>Richard Cosway, R.A. and his Wife and Pupils. Miniaturists of the Eighteenth Century</i>. George Bell & Sons, London 1897 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=3Y90CQAAQBAJ&pg=PR7&lpg=PR7&dq=Maria+Cosway&source=bl&ots=_0ies4_R4d&sig=ACfU3U3T9smR24-JkKPlp4TtHNcQQvWvxg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjjl-jA0eroAhVPSsAKHecCD084HhDoATAHegQICxAu#v=onepage&q=Maria%20Cosway&f=false"><i>Google Books</i></a>).</li>
<li><a href="Maurice_W._Brockwell" title="Maurice W. Brockwell">Maurice W. Brockwell</a>: <cite style="font-style:italic">Cosway, Maria Louisa Catherine</cite>. In: <a href="Ulrich_Thieme" title="Ulrich Thieme">Ulrich Thieme</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Thieme-Becker" title="Thieme-Becker">Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart</a>.</cite> Begründet von Ulrich Thieme und <a href="Felix_Becker_(Kunsthistoriker)" title="Felix Becker (Kunsthistoriker)">Felix Becker</a>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>7</span>: <i>Cioffi–Cousyns</i>. E. A. Seemann, Leipzig 1912, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>544</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/allgemeineslexik07thie/page/544/mode/1up">Textarchiv – Internet Archive</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Maria+Cosway&rft.atitle=Cosway%2C+Maria+Louisa+Catherine&rft.au=Maurice+W.+Brockwell&rft.btitle=Allgemeines+Lexikon+der+Bildenden+K%C3%BCnstler+von+der+Antike+bis+zur+Gegenwart.&rft.date=1912&rft.genre=book&rft.pages=544&rft.place=Leipzig&rft.pub=E.+A.+Seemann&rft.volume=Band+7%3A+Cioffi-Cousyns" style="display:none"> </span></li>
<li><a href="Elena_Cazzulani" title="Elena Cazzulani">Elena Cazzulani</a>, Angelo Stroppa: <i>Maria Hadfield Cosway. Biografia, diari e scritti della fondatrice del Collegio delle Dame Inglesi in Lodi</i>. L’Imagine, Lodi 1989.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Maria_Cosway?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Maria Cosway</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.artnet.com/artists/maria-hadfield-cosway/"><i>Maria Hadfield Cosway</i></a>, Auktionsresultate im Portal <i><a href="Artnet" title="Artnet">artnet</a>.com</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Aus ihrer Feder haben sich mehrere italienischsprachige Lieder und Duette <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ead.lib.virginia.edu/vivaxtf/view?docId=uva-sc/viu04052.xml">in der University of Virginia Library</a> erhalten, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ficksmusic.com/products/songs-of-anne-louise-brillon-de-jouy-and-maria-cosway-clarnan">neu herausgegeben</a> von Barbara Garvey Jackson, abgerufen am 8. September 2025.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.findagrave.com/memorial/19045915">Maria Cosway</a> in der Datenbank <a href="Find_a_Grave" title="Find a Grave">Find a Grave</a>, abgerufen am 13. November 2023. </span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/119547325">119547325</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/nr91044562">nr91044562</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/69199414/">69199414</a></span> | </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2026-01-13" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Maria_Cosway&oldid=263299809">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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